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Aus “Daphnis und Cloe” von Longos aus Lesbos, 3. Jh. n.Chr.:
“Es zeigte sich ihren Blicken eine vorüber fahrende Barke von Fischern. Kein Wind wehte; das Meer lag ruhig; sie mussten rudern. Und kräftig ruderten sie; denn sie eilten, neu gefangene Fische lebendig einem Reichen in der Stadt zu bringen. Wie nun Fischer zu tun pflegen, um die Mühe der Arbeit zu vergessen, so taten diese auch beim Rudern; denn einer von ihnen stimmte als Vorsänger Schifferlieder an, und die übrigen fielen wie ein Chor mit ihren Stimmen ein” . ., so alt sind Shanties und wohl noch viel älter.
Ihre Blütezeit hatten sie in der Zeit der großen Segelschiffe nach dem Friedensschluss von Paris 1815, bis 1914.
Das Wort Shanty leitet sich wahrscheinlich aus dem englischen to chant, singen, ab. Bezeichnet werden so seemännische Arbeitslieder, mit denen die gemeinschaftliche Arbeit rhythmisch abgestimmt und damit effektiver wurde. “Ein Lied ist wie zehn Mann am Tau!” hieß es. Die Urform des Shanty´s ist ein textloser rhythmischer Singsang, der dann von den Shantymen ausgebaut wurde. Die meisten Shanties erfordern einen Vorsänger, den Shantyman, der die kurzen Strophen immer wieder variiert. Die Mannschaft singt den Refrain im Arbeitsrhythmus. Viele Shanties sind von den Schauerleuten in den Baumwollhäfen der Südstaaten von Nord-Amerika übernommen worden, aber auch europäische Volkslieder wurden zu Shanties umgeformt.
Der Shanty-Chor Celle singt Lieder in hochdeutscher, plattdeutscher und englischer Sprache. Es gibt jedoch Shanties in den Sprachen aller see- fahrenden Nationen, häufig auf die gleichen Melodien.
Daneben gibt es die romantischen Seemannslieder, die überwiegend an Land entstanden sind und die die Wirklichkeit der damaligen Seefahrt nur unvollkommen abbilden. Aber auch diese Lieder haben ihren Platz in der Gunst des Publikums und so haben wir auch davon einige in unser Repertoire aufgenommen.
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